Die Stadt Wien und ihr Digitaler Erneuerungsagent: Wie die DEA-T die Stadt digital transformiert

Wien hat sich in den letzten Jahren zu einem Vorreiter in der digitalen Stadtentwicklung entwickelt. Besonders bemerkenswert ist dabei die Arbeit der Digitalen Erneuerungsagentur (DEA-T) der Stadt Wien, die als zentraler Akteur für die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung und der Stadtinfrastruktur fungiert. Doch wie genau funktioniert diese Initiative, welche konkreten Projekte hat sie bereits umgesetzt und welche Herausforderungen stehen noch bevor? Die Stadt Wien setzt dabei auf eine klare Strategie: die Vernetzung von digitalen Lösungen mit lokalen Bedürfnissen, um die Lebensqualität der Bürger:innen nachhaltig zu verbessern. Die DEA-T wurde 2021 als Teil des Wiener Digitalen Aktionsplans ins Leben gerufen und ist eng mit der Wiener Stadtverwaltung verbunden. Ihr Ziel ist es, die digitale Infrastruktur der Stadt zu modernisieren, Prozesse zu optimieren und gleichzeitig die digitale Teilhabe aller Wiener:innen zu stärken. Ein zentraler Fokus liegt dabei auf der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung, etwa durch die Implementierung von E-Government-Lösungen wie der elektronischen Akte oder der digitalen Bürgerdienste. Besonders im Blickpunkt steht dabei auch die Integration von KI- und Datenanalysetools, um effizienter auf die Bedürfnisse der Bevölkerung reagieren zu können. Ein konkreter Erfolg der DEA-T ist die Einführung des digitalen Bürgerkontos. Dieses ermöglicht es allen Wiener:innen, ihre Verwaltungstätigkeiten online zu erledigen – von der Anmeldung eines Gewerbes bis hin zur Beantragung von Bauanträgen. Das System ist nicht nur zeitlich und organisatorisch effizienter, sondern reduziert auch den Papierkram und die Wartezeiten in den Behörden. Besonders bemerkenswert ist dabei die enge Zusammenarbeit mit lokalen Initiativen und Unternehmen, etwa durch die Förderung von digitalen Start-ups in Wien. So entsteht ein Ökosystem, in dem Innovation und öffentliche Dienste Hand in Hand gehen. Doch die Arbeit der DEA-T ist weit mehr als reine Digitalisierung: Sie setzt auch auf die Förderung von digitaler Bildung und Kompetenzentwicklung. In Schulen, Volkshochschulen und anderen Bildungsinstitutionen werden Programme angeboten, die Bürger:innen und auch Mitarbeiter:innen der Stadtverwaltung die Grundlagen der digitalen Welt vermitteln. Ein Beispiel hierfür ist das Projekt „Digitaler Kompass“, das gezielt ältere Menschen und Menschen mit geringem digitalem Aufschluss unterstützt. So wird sichergestellt, dass die Digitalisierung nicht nur von einer kleinen Gruppe genutzt wird, sondern auch für alle zugänglich bleibt. Die DEA-T arbeitet dabei eng mit anderen städtischen Abteilungen zusammen, wie etwa dem Amt für Digitalisierung und Innovation oder dem Amt für Stadtentwicklung. Ein besonders spannendes Projekt ist dabei die Entwicklung eines digitalen Stadtmodells, das in Echtzeit Daten zur Verkehrslage, zur Energieverteilung und anderen städtischen Parametern sammelt. Dieses Modell soll nicht nur die Verwaltung unterstützen, sondern auch die Bürger:innen in die Lage versetzen, sich über die Stadtentwicklung zu informieren und aktiv mitzugestalten. diese webseite zeigt, wie die Stadt Wien hier bereits erste Schritte unternommen hat – etwa durch die Einführung von interaktiven Karten und Datenvisualisierungen. Doch mit der Digitalisierung geht auch die Herausforderung einher, die Privatsphäre der Bürger:innen zu schützen. Die DEA-T setzt dabei auf transparente Datenpolitik und regelmäßige Überprüfungen der Datennutzung. Besonders wichtig ist es, dass die Bürger:innen verstehen, wie ihre Daten genutzt werden und welchen Nutzen sie daraus ziehen. So wird sichergestellt, dass die Digitalisierung nicht als Bedrohung, sondern als Chance für eine bessere Stadt wahrgenommen wird. Die Zukunft der DEA-T wird vor allem davon abhängen, wie es gelingt, die digitalen Lösungen kontinuierlich weiterzuentwickeln und gleichzeitig die Akzeptanz der Bevölkerung zu stärken. Ein wichtiger Schritt hierfür ist die regelmäßige Evaluation der Projekte und die Anpassung an neue Anforderungen. Die Stadt Wien zeigt damit, dass Digitalisierung nicht nur eine technische, sondern auch eine gesellschaftliche Aufgabe ist. Wenn Wien hier weiter vorne bleibt, könnte dies auch für andere Städte ein Vorbild sein.

  • Seit 2021 ist die DEA-T Teil des Wiener Digitalen Aktionsplans und hat bereits über 150 digitale Projekte umgesetzt.
  • Durch das digitale Bürgerkonto können Wiener:innen rund 80 verschiedene Verwaltungstätigkeiten online erledigen.
  • Das Projekt „Digitaler Kompass“ unterstützt seit 2022 über 5.000 Personen mit geringem digitalem Aufschluss in der Nutzung digitaler Tools.
  • Die Stadt Wien investierte bis 2023 rund 15 Millionen Euro in digitale Infrastruktur und Schulungen.
  • Das digitale Stadtmodell sammelt bereits über 100 verschiedene Datenströme in Echtzeit und wird kontinuierlich erweitert.